Kapitel 30 von 33
Die Kurzfassung
In diesem Kapitel geht es um ein brandneues Produkt für Fortgeschrittene auf Polymarket: sogenannte „Perpetual Futures" (kurz: Perps). Damit kannst du dich darauf positionieren, ob der Preis von Bitcoin, Nvidia-Aktien oder Gold steigt oder fällt - und zwar mit geliehenem Geld, das dein Kapital vervielfacht. Das ist riskant. Wenn du neu bei Polymarket bist und einfach auf die Fußball-WM oder eine Wahl tippen möchtest, kannst du dieses Kapitel getrost überspringen. Es richtet sich an erfahrene Trader - und wir werden die ganze Zeit ehrlich über die Risiken sprechen.
Polymarket hat Perpetual Futures am 21. April 2026 eingeführt - am selben Tag, an dem Kalshi sein eigenes Perps-Produkt ankündigte. Kurz erklärt: Ein Perp ist eine Position auf den Preis von etwas (zum Beispiel Bitcoin), die nie abläuft und bei der du Hebel einsetzen kannst - also geliehenes Geld, um mehr zu bewegen, als du eigentlich hast. Polymarkets erstes Angebot umfasst BTC, NVDA (Nvidia-Aktie) und Gold, mit bis zu 10x Hebel, und du kannst sowohl auf steigende (Long) als auch auf fallende Kurse (Short) setzen. Alles wird in pUSD auf dem Polygon-Netzwerk abgewickelt.
Dieser 10x-Hebel ist weit weniger als bei Binance oder Bybit (die bieten bis zu 125x), aber Polymarkets Version kann etwas, das sonst niemand bietet: Du kannst diese Perps nutzen, um deine Prognosemarkt-Positionen im selben Konto abzusichern. Aber Achtung - das hier ist wirklich nur etwas für Erfahrene. Bei 10x Hebel reicht eine Kursbewegung von 10 % gegen dich, und dein gesamtes eingesetztes Kapital ist weg - und dieses Produkt ist noch brandneu.
Teil 1: Was Perps wirklich sind
Fangen wir einfach an. Ein Perpetual Future ist ein Kontrakt, der den Preis von etwas verfolgt (Bitcoin, eine Aktie, Gold), nie abläuft und durch eine kleine, regelmäßige Gebühr dafür sorgt, dass sein Preis am echten „Spot"-Preis bleibt - also dem Live-Preis, den du zahlen würdest, wenn du das Ding jetzt sofort kaufen würdest. Du kannst auf steigende Kurse setzen (Long) oder auf fallende (Short), Hebel nutzen und jederzeit aussteigen.
Das macht sie zu einem ganz anderen Tier als die Prognosemarkt-Anteile, die du kennst:
| Prognosemarkt-Anteile | Perpetual Futures | |
|---|---|---|
| Auflösung | Löst sich bei 1 $ oder 0 $ auf - je nach Ausgang (Ja/Nein) | Löst sich nie auf; du steigst aus, wann du willst |
| Preisbereich | 0.00 $ - 1.00 $ | Folgt dem vollen Dollarpreis des Vermögenswerts |
| Hebel | Keiner (1x) | Bis zu 10x |
| Haltekosten | Keine | Funding-Zahlungen alle ~8 Stunden |
| Maximaler Verlust | 100 % des eingesetzten Kapitals | 100 % der Margin (Liquidation) |
| Typische Haltedauer | Tage bis Monate | Minuten bis Wochen |
Kurze Erklärung zu zwei Begriffen aus der Tabelle. Margin ist das Geld, das du für die Eröffnung eines Trades hinterlegst - also dein eigenes Kapital im Trade. Liquidation passiert, wenn sich ein Trade so stark gegen dich bewegt, dass deine Margin aufgebraucht ist und die Position automatisch geschlossen wird. Beides erklären wir gleich noch verständlich.

Das Live-Perps-Aufgebot: Krypto-, Rohstoff- und Index-Perpetuals (BTC, gold, oil, S&P 500, Nasdaq), jeweils rund um die Uhr handelbar mit eigener Hebel-Obergrenze, Volumen und Open Interest.
Teil 2: Was aktuell gelistet ist (April 2026)
| Anlageklasse | Symbol | Max. Hebel | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Kryptowährung | BTC | Bis zu 10x | Höchstes Volumen; engste Spreads |
| Aktien | NVDA | Bis zu 10x | 24/7-Handel mit einer Aktie, die sonst schließt - wirklich neu |
| Rohstoffe | Gold (XAU) | Bis zu 10x | Klassischer Absicherungswert; zum Start noch wenig Liquidität |
Weitere Vermögenswerte (ETH, SOL, SPY, Öl, Silber) werden allgemein erwartet, sind aber zum Zeitpunkt dieses Textes noch nicht bestätigt.

Hebel, Margin und Liquidation auf dem Live-Ticket: $500 Margin bei 10x eröffnen eine Position von $5,000, und der Liquidationspreis aktualisiert sich in Echtzeit, während Sie den Schieberegler bewegen.
Teil 3: Hebel, Margin & Liquidation
Was 10-facher Hebel wirklich bedeutet
Stell dir den Hebel wie ein Vergrößerungsglas auf dein eingesetztes Kapital vor. Mit 10-fachem Hebel kontrollierst du mit 1,000 $ deines eigenen Geldes einen Wert von 10,000 $. Gewinne und Verluste berechnen sich auf diese größere Summe von 10,000 $ - nicht auf die 1,000 $, die du eingesetzt hast. Kleine Bewegungen werden dadurch sehr schnell groß - in beide Richtungen.
- Margin (dein Kapital): 1,000 $
- Exposure: 10,000 $
- BTC-Kurs beim Einstieg: 100,000 $ (du kontrollierst also 0.1 BTC)
- BTC steigt 5 % auf 105,000 $ → du machst +500 $ → +50 % auf dein Kapital
- BTC fällt 5 % auf 95,000 $ → du verlierst -500 $ → -50 % auf dein Kapital
- BTC fällt 10 % auf 90,000 $ → du verlierst -1,000 $ → Liquidation (dein Kapital ist weg)
Funding Rate
Wie bleibt der Preis eines Perpetual Futures also nah am echten Preis? Über eine kleine Gebühr namens Funding. Alle 8 Stunden zahlt eine Seite der anderen einen kleinen Betrag, damit die Preise aneinander gekoppelt bleiben. Die Faustregel lautet:
- Preis des Perps liegt über dem echten Preis → die Long-Seite zahlt der Short-Seite
- Preis des Perps liegt unter dem echten Preis → die Short-Seite zahlt der Long-Seite
Typische Funding Rates liegen bei etwa ±0.01 % alle 8 Stunden (also rund ±0.03 % pro Tag, ±10 % pro Jahr) - in turbulenten Phasen können sie aber auf ±0.5 % alle 8 Stunden hochschnellen. Und das Entscheidende dabei: Funding-Kosten summieren sich im Laufe der Zeit. Eine Rate von 0.05 % alle 8 Stunden entspricht grob 4.5 % pro Monat und frisst damit jeden kleinen Vorteil, den du zu haben glaubst, still und leise auf.
Liquidationspreis
Dein Liquidationspreis ist schlicht der Kurs, bei dem dein Kapital aufgebraucht ist und der Trade automatisch für dich geschlossen wird. Grob gesagt:
- 10-facher Long: Liquidation bei etwa 10 % unterhalb deines Einstiegs
- 5-facher Long: Liquidation bei etwa 20 % unterhalb deines Einstiegs
- 3-facher Long: Liquidation bei etwa 33 % unterhalb deines Einstiegs
- 2-facher Long: Liquidation bei etwa 50 % unterhalb deines Einstiegs
Die genaue Zahl verschiebt sich je nach anfallenden Gebühren und Funding leicht. Die gute Nachricht: Polymarket zeigt dir deinen aktuellen Liquidationspreis direkt im Order-Bildschirm an. Schau ihn dir an, bevor du den Trade öffnest - nicht danach.
Teil 4: Polymarket Perps vs. Binance / Bybit
| Merkmal | Polymarket | Binance / Bybit |
|---|---|---|
| Maximaler Hebel | 10x | Bis zu 125x |
| Verfügbare Assets | BTC, NVDA, Gold (April 2026) | Über 100 Krypto-Paare; keine Aktien |
| Abrechnungswährung | pUSD auf Polygon | USDT / USDC |
| 24/7-Aktienhandel | Ja (einzigartig) | Nein |
| Regulierung | CFTC DCM (USA) | Offshore für die meisten Nutzer |
| Hedging mit Prognosemarkt-Positionen im selben Konto | Ja | Nein |
| Erfahrungswerte | Drei Tage alt zum Zeitpunkt des Verfassens | Über 5 Jahre |
| Typische Gebühren | Noch nicht festgelegt (Launch; niedrig erwartet) | Maker 0.02 % / Taker 0.05 % |
| Tiefe des Liquidations-Versicherungsfonds | Neu, kleiner | Groß, bewährt |
Teil 5: Vier konkrete Strategien
Strategie 1 - Auf eine Richtung setzen, mit strikten Stops
Der klassische Ansatz. Du hast eine Meinung, wohin sich der Preis entwickelt, hältst die Position klein und setzt einen Stop (einen automatischen Ausstieg, wenn es schiefläuft).
- Maximal 2- bis 3-facher Hebel für Swing-Trades (Tage bis Wochen)
- Maximal 5- bis 10-facher Hebel nur für Tages-Trades mit einem harten Stop
- Setze deinen Stop-Loss auf den Einstiegskurs ± die typische Kursschwankung eines Tages
- Dimensioniere den Trade so, dass du bei Auslösen des Stops maximal 1 % deines Bankrolls verlierst
Strategie 2 - Basis-Trade (Funding kassieren)
Wenn die Funding Rate ungewöhnlich hoch ist, kannst du sie einsammeln - fast ohne Exposure gegenüber der Kursrichtung. Du kaufst dabei das echte Asset und shortest gleichzeitig den Perp (oder umgekehrt). Die Kursbewegungen heben sich gegenseitig auf, und du steckst die Funding Rate ein.
Strategie 3 - Bestehende Krypto-Bestände absichern
Angenommen, du hältst 1 BTC in einer Cold Wallet. Du machst dir Sorgen wegen eines schwierigen Zeitraums, willst aber nicht verkaufen - vielleicht wegen steuerlicher Überlegungen oder weil du einen Aufschwung nicht verpassen möchtest. Du kannst 1 BTC des Perps mit 2- bis 3-fachem Hebel shorten, um das Risiko auszugleichen, und die Position wieder schließen, sobald die Unsicherheit vorbei ist. Genau so überstehen professionelle Krypto-Desks einen Abschwung, ohne einen steuerpflichtigen Verkauf auszulösen.
Strategie 4 - Prognosemarkt-Positionen absichern (Polymarkets eigener Trick)
Das ist der Anwendungsfall, für den Polymarket wie gemacht ist. Angenommen, du hast 5,000 $ auf „BTC über 110,000 $ bis Ende Mai" gesetzt. Dein Ergebnis hängt von zwei Dingen ab: deiner Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten und davon, wo der Bitcoin-Kurs tatsächlich landet. Fällt BTC um 15 %, bricht deine Position ein - nicht weil deine Einschätzung der Odds falsch war, sondern einfach weil der Kurs abgestürzt ist.
Die Lösung: Shorte einen BTC-Perp in einer Größe, die den Preiseffekt auf deine Position neutralisiert. Dann spiegelt dein Gewinn oder Verlust nur noch deinen Informationsvorsprung wider - ob deine Einschätzung der Odds richtig war - und nicht mehr die Kursschwankungen von Bitcoin.
Teil 6: Positionsgrößen bei Perps
Alles, was im Leitfaden zur Positionsgröße steht, gilt weiterhin - halte deine Positionen klein, nicht mehr als 5% deiner Bankroll in einer einzigen Position und nicht mehr als 25% in miteinander verwandten Positionen. Darüber hinaus bringen Perps zwei eigene Regeln mit:
- Sicherheitsabstand zur Liquidation: Dein Liquidationspreis sollte mindestens doppelt so weit entfernt sein wie der schlimmste Tagesverlust des jeweiligen Assets von deinem Einstiegspreis. Bei BTC sind das etwa 20%, was bedeutet, dass ein vernünftiger Hebel für einen Swing-Trade bei ungefähr 5x liegt.
- Funding-Budget: Schätze die Funding-Kosten für 30 Tage im Voraus. Bei +0.05%/8h sind das 4.5% pro Monat. Eröffne eine längerfristige Position nur dann, wenn du erwartest, dass sich die Kursbewegung klar genug lohnt, um diese Kosten locker zu decken.
| Kontogröße | Vernünftige Margin pro Position | Empfohlener maximaler Hebel |
|---|---|---|
| $1,000 Bankroll | $30-50 Margin | 2-3x (Swing) |
| $10,000 Bankroll | $200-400 Margin | 3-5x (Swing); 10x nur für Day-Trades mit hartem Stop-Loss |
| $100,000 Bankroll | $1,500-3,000 Margin | 2-5x; gestaffelte Einstiege verwenden |
Teil 7: Risiken speziell bei Polymarket Perps
- Brandneu: Die Perp-Engine ist erst wenige Tage alt. Rechne in den ersten Monaten mit Bugs, Preisfeed-Problemen und Kinderkrankheiten. Riskiere kein Geld, das du dir nicht leisten kannst zu verlieren.
- Preisfeed-Risiko: Perps sind auf einen externen Preisfeed (technisch: Oracle) angewiesen, der den Preis festlegt und Liquidationen auslöst. Wenn dieser Feed einen Fehler hat, kann es passieren, dass du zu einem falschen Preis liquidiert wirst. Das ist sogar bei großen Börsen schon vorgekommen - bei einer neueren ist das Risiko eher höher, nicht geringer.
- Dünne Liquidität zum Start: Zu Beginn gibt es deutlich weniger Käufer und Verkäufer als zum Beispiel bei Binance. Erwarte größere Spreads und schlechtere Ausführungspreise bei größeren Orders, bis mehr Market Maker hinzukommen.
- Unerprobtes Funding: Das Funding-Rate-System ist neu, also können die ersten Wochen etwas unberechenbar verlaufen.
- Gemeinsame vs. getrennte Margin: Prüfe, ob deine Margin für jede Position separat gehalten wird (isoliert) oder ob sie für alle Positionen gemeinsam genutzt wird (Cross). Bei Cross-Margin kann ein schlechter Perp-Trade das Kapital aufzehren, das auch deine Prognosemarkt-Positionen absichert.
- Regeln je nach Land unterschiedlich: In manchen Ländern werden Perps steuerlich und rechtlich ganz anders behandelt als Prognosemärkte - oder sind sogar vollständig verboten. Schau im Länder-Leitfaden nach.
- Steuern werden komplizierter: In den USA fallen Perps in der Regel unter Section 1256 (mit der besonderen 60/40-Steuerregelung), was sich von der Besteuerung von Prognosemarkt-Gewinnen unterscheidet. Die Buchführung wird damit aufwendiger - mehr dazu im Steuer-Leitfaden.
Teil 8: Early-Access-Status (24. April 2026)
- Der Rollout befindet sich im Early Access - noch nicht alle Konten haben Perps freigeschaltet
- Das vollständige Gebührenmodell (Gebührenstufen, Funding-Obergrenzen, Versicherungsfonds) ist noch nicht offiziell finalisiert
- Es gibt noch kein öffentliches Entwickler-Toolkit für Perps (wird in der py-clob-client-Roadmap erwartet)
- Der Live-Datenfeed für Perp-Preise ist verfügbar, aber weniger gut dokumentiert als der für Prognosemärkte
- Die Oberfläche ähnelt stark den Prognosemärkten, enthält aber neue Steuerelemente für Hebel und Margin
Teil 9: Täglicher Workflow
- Halte dein Perp-Kapital und dein Prognosemarkt-Kapital in deinem Kopf strikt getrennt - behandle sie wie zwei separate Konten
- Eröffne einen Perp nur dann, wenn du einen echten Grund hast (eine Meinung zur Richtung, ein Funding-Trade oder ein Hedge) - nie einfach so
- Prüfe immer deinen Liquidationspreis und die aktuelle Funding Rate, bevor du die Order abschickst
- Dimensioniere den Trade so, dass du eine Bewegung doppelt so groß wie die normale Tagesspanne aushalten kannst, ohne liquidiert zu werden
- Setze Stop-Losses oder zeitbasierte Ausstiegspunkte; lass einen Trade nicht unbeaufsichtigt vor sich hindriften
- Wenn du über Nacht hältst, überprüfe die Funding Rate alle paar Stunden
- Schließe oder reduziere Positionen vor größeren bekannten Ereignissen, für die du nicht geplant hattest
- Erfasse jeden Perp-Trade separat von deinen Prognosemarkt-Trades für die Steuererklärung
Teil 10 - Bewährte Profi-Tipps für Polymarket Perps
Diese Gewohnheiten stammen von Basis-Trade-Desks, Krypto-Prop-Shops und Prognosemarkt-Veteranen, die die Spike-Zyklen von 2021 am eigenen Leib erlebt haben. Nichts davon ist Theorie - jede Zeile hier unten entspricht einem Totalverlust, den bereits jemand bezahlt hat.
- 3x ist die Obergrenze für Swing-Trades. Hebe dir 5-10x für Intraday-Trades mit hartem Stop auf. Alles darüber ist ein Lottoschein, kein Trade.
- Halte deinen Liquidations-Puffer mindestens doppelt so groß wie die schlimmste Tagesbewegung des Assets. Bei BTC sind das rund 20 %, dein vernünftiges Swing-Limit liegt also bei etwa 5x.
- Plane 30 Tage Funding ein, bevor du einen Carry-Trade eröffnest. 0.05 %/8h entspricht etwa 4.5 % pro Monat. Wenn deine Idee das plus Gebühren nicht einspielt, ist es kein Trade.
- Riskiere 1 % deiner Bankroll bis zum Stop, nicht 1 % der Margin. Bei 10x sind 1 % der Bankroll oft nur 10-20 $ Margin - das ist in Ordnung. Es geht ums Risiko, nicht um die Margin.
- Nutze isolierte Margin, keine Cross-Margin. Ein Cross-Margin-Blow-up bei einem BTC-Perp kann dein Prognosemarkt-Geld in einem einzigen Schlag mitreißen. Immer isoliert als Standard.
- Sichere den Preiseffekt auf deine Prognosemarkt-Position ab, nicht ihre volle Größe. Eine 5,000-$-Position auf „BTC > 110,000 $ bis Mai" trägt vielleicht nur 1,500-2,000 $ echtes Kursrisiko - shorte diesen Betrag, nicht die vollen 5,000 $.
- Prüfe das Funding alle 8 Stunden, wenn du über Nacht hältst. Stell dir einen Handywecker für die Funding-Reset-Zeiten, besonders an Wochenenden.
- Auf einer neuen Plattform zuerst klein anfangen. Nutze 50 $ Margin für zwei Wochen, bevor du hochskalierst. Fehler und Grenzfälle zeigen sich nur im echten Betrieb.
- Führe deine Section 1256-Positionen separat. US-Perps erhalten die 60/40 Mark-to-Market-Steuerbehandlung - komplett andere Buchführung als deine Prognosemarkt-Anteile.
- Schließe vor Ereignissen, die du nicht eingeplant hattest. Fed-Sitzungen, Inflationsberichte, Arbeitsmarktdaten, wichtige Quartalszahlen - wenn es nicht Teil deiner These war, geh vor dem Ereignis auf null.
- Niemals in Leverage hineinmitteln. Beim Prognosemarkt kann es manchmal sinnvoll sein, eine Verlustposition aufzustocken. Bei einem 5-10x-Perp ist das der Weg, wie Konten auf null gehen.
- Nach einem guten oder schlechten Tag aufhören. Spikes bei gehebtem BTC und der 24/7-NVDA-Markt schlagen gern um 3 Uhr nachts zu. Müde mit Hebel zu traden ist das teuerste Hobby in der Finanzwelt.
Situation → Maßnahmen-Spickzettel
| Situation | Maßnahme |
|---|---|
| Funding ist auf +0.1 %/8h (+11 %/Monat) gestiegen | Basis-Trade prüfen: echtes Asset kaufen + Perp shorten, um das Funding einzukassieren - ohne Richtungsrisiko |
| Du hast eine große Polymarket-Long-Position „BTC über $X" und BTC schwächelt | BTC-Perp shorten, abgestimmt auf das Kursrisiko der Position; deinen Odds-Vorteil isolieren |
| NVDA-Quartalsergebnis heute Abend und du bist Long im NVDA-Perp | Vor Börsenschluss schließen oder auf 25 % reduzieren - NVDA macht bei Earnings-Leaks heftige 24/7-Spikes |
| Plattform zeigt 20 Minuten Verzögerung im Preisfeed | Größe auf null reduzieren oder Stops weit vom Markt setzen; kein Timing-Versuch in einem dünnen Orderbuch |
| Liquidationspreis liegt weniger als 1.5× der Tagesspanne entfernt | Margin nachschießen oder Größe reduzieren; niemals einen Liquidationspunkt innerhalb der Tagesspanne halten |
| Gold-Perp 24h-Volumen < 5 Mio. $ | Nur Limit-Orders verwenden; 2-5-fache normale Slippage einplanen; klein positionieren |
| Funding Rate hat das Vorzeichen gewechselt | Neu bewerten - dein kostenloser Carry hat sich umgekehrt; aussteigen, wenn die Trade-Logik nicht mehr stimmt |
| Du liegst bei einem 5x-Intraday-Swing über +100 % | Halbe Position schließen; Stop auf Einstiegspreis setzen; den Rest ohne Risiko laufen lassen |
Das Wichtigste in Kürze
Mit Perps hedgst du dein direktionales Delta, du spiegelst nicht Dollar für Dollar - dimensioniere nach dem Spot-Delta deiner Position und lass den Liquidationspreis nie innerhalb von etwa 1,5x des täglichen ATR liegen.
Wie geht es weiter?
- Krypto-Trading - die Prognosemarkt-Seite, die zu BTC-Perps passt
- Fortgeschrittene Strategien - mehrteilige Setups, die Perps und Prognosemärkte kombinieren
- Risiken - die vollständige Risikoliste, einschließlich Perp-spezifischer Risiken
- Positionsgrößen - die Bankroll-Mathematik, die du anwenden solltest, bevor du Hebel anfasst
- Steuer-Guide - Section 1256-Behandlung und wie du deine Perp- und Prognosemarkt-Bücher sauber hältst
Empfohlene Lektüre
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